Anno domini 1581: Die Niederlande werden unabhängig. China führt Silbersteuern ein. Die englische Königin Elisabeth schlägt den Weltumsegler Francis Drake. Keine Sorge, nur zum Ritter. Im heiligen Land Tirol – zu dem das Schnalstal damals gehört - regiert Erzherzog Ferdinand II. von Österreich. Dieser hatte eine ausgeprägte Sammelwut, auf Schloss Ambras bei Innsbruck trägt er allerlei Wertvolles und Kurioses zusammen. Heute ist dieses Anwesen ein Museum und auch das, was ich euch jetzt zeige, ist ein äußerst faszinierendes Stück Historie:
1581 – 2025: Der Oberraindlhof wird 444 Jahre

Oberraindls Taufschein: Die Pergamenturkunde vom 20. August 1581
Ja, sie ist echt. Und ja: Es stimmt: Euer Oberraindlhof im Schnalstal ist ein Ort lebendiger Geschichte. Geschrieben wird sie seit 444 Jahren von Charakterköpfen und Sturschädeln, von Wunderweibern, Mutigen und Visionärinnen. Stellt euch bloß mal vor: Vor 444 Jahren taucht ein Schreiber seine Feder in pechschwarze Tinte und schreibt in feinster Manier auf kostbares Pergament die Worte: Oberraindlhof. Und außerdem hält er fest, dass diese Hofstatt samt Behausung und Garten, Sägeweg und Wald und Wiese und Weide und Wasser und Steig und Steg übergeben wird. Sorgsam hält der Schreiber fest: Immer in Nutzung soll er bleiben, der Oberraindlhof, immer verbessert und nie geschmälert oder gar aufgeteilt. Die neuen Hofleute sollen gewissenhaft umgehen mit diesem Ort. Und seinen Wert wahren. Über Generationen.
Ein Privileg: Die Verantwortung für Vergangenheit und Zukunft.
Und so ist der 20. August 2025 für Familie Raffeiner ein Feiertag. Ihre Vorfahren leiten seit 1880 meine Geschicke. Mit viel Herz und Hirn und Hingabe. Mit Hochachtung vor all jenen, die vor ihnen waren und nach ihnen kommen. Wenn ihr erfahren wollt, warum aus dem heutigen Hotel fast eine Schuhfabrik geworden wäre, dann lest gerne hier weiter. Ururgroßvater Anton hatte da so eine Idee. Und an dieser Stelle nehmen euch die Raffeiners mit auf einen wilden Ritt durch die letzten Jahrzehnte.
Und bevor ich jetzt eure Glückwünsche entgegennehme, möchte ich mich ganz herzlich bei Kathrin Keller bedanken. Sie ist nicht nur ein lieber, langjähriger Gast, sondern auch Historikerin und hat Familie Raffeiner die Inhalte der Gründungsurkunde übersetzt.
An dieser Stelle gebührt allen Gästen ein Vergelts Gott. Aus ganzem Herzen. Ohne euch wäre ich nicht, was ich bin: Ein Ort voller Geschichten. Euer liebstes Hotel im Schnalstal.
Euer Oberraindhof