Von wegen Kaninchenfutter! Gesundes Frühlingsgrün aus Wald und Wiese

04.03.2026

Jedes Jahr, wenn der Schnee schmilzt und die dicken Wollpullover im Schrank verschwinden, vollzieht sich ein seltsames Ritual: Die Schnalstalerinnen greifen zu Methoden, die Männer in die Flucht schlägt. „Kaninchenfutter“, „Unkraut“, „grausliches Grünzeug" murmeln die dann und ziehen sich schmollend in die Speisekammer zurück, um sich ein Stück Speck zu holen. 

 


Seit Jahrzehnten geht das so. Ach, seit Jahrhunderten eigentlich: Mit dem Frühling kommen das Grünzeug und die Lust auf leichte Kost bei den einen und eine regelrechte Trotzhaltung bei den anderen. Doch eines ist neu: Seit es so etwas wie Internet und Influencer gibt, landet auch manches exotische Grün im Schnalstal. Matcha-Pulver aus Japan. Spirulina-Kapseln aus wer weiß wo. Algen in Döschen, beschriftet in Sprachen, die hier oben auf 1.400 Metern kaum niemand versteht. Ich sage ja nichts. Ich beobachte nur und denke an meine Wiesen, wo der Löwenzahn bald seine ersten gelben Köpfchen in die Sonne streckt. Und an den Lärchenwald, wo Bärlauch seinen unverwechselbaren Duft durch die frische Luft schickt. An die Ecke gleich hinter mir, wo die Brennnessel, die alte Ungeliebte, sich still und beharrlich aus dem Boden drückt und wuchert, dass es eine Freude ist. 

 


Was der Frühling gratis liefert und einfach gut tut


Der Bärlauch ist der Erste, der sich meldet, noch bevor man ihn sieht. Sein Duft zieht durch die feuchte Waldluft wie ein Versprechen. Die Schnolser kennen ihn gut. Er reinigt das Blut, bringt den Kreislauf in Schwung und schmeckt hervorragend auf Brot, in der Suppe, im Pesto. Wer ihn sammeln geht, schaut bittedanke ganz genau hin. Er darf nicht mit den hochgiftigen Maiglöckchenblättern verwechselt werden!


Dann wäre da der Löwenzahn, den englische Rasengärtner aufs Blut bekämpfen. Dabei sind seine jungen Blätter im Frühjahr zart, leicht bitter und voller Kraft. Die Bitterstoffe tun der Leber gut und sein leuchtendes Gelb der Seele.  


Die Brennnessel  wächst überall, fordert nichts und gibt viel. Eisenreich, voller Vitamine, eine echte Allrounderin. Zugegeben, sie macht oft einen kratzbürstigen ersten Eindruck. Wer sie aber einmal blanchiert hat, der weiß: Sie ist sanfter als sie tut.


Und schließlich die Schafgarbe, die Unscheinbare. Sie steht seit Jahrhunderten auf den Schnolser Wiesen, fragt nicht nach Anerkennung und tut trotzdem ihre Arbeit: Als Hemmerin von Entzündungen, als Förderin der Verdauung, als aromatische Geschmacksgeberin. Wer sie einmal auf der Zunge hatte, der versteht, warum die Schnolserinnen seit Jahrhunderten wissen, was sie tun.


Das allerbeste Detox-Rezept für den Frühling 

Und nun verrate ich euch noch ein Rezept, das eigentlich keines ist: Ihr braucht nur eine Handvoll Frühlingsgrün, etwas Olivenöl, ein paar Spritzer Zitrone und grobes Salz. Und wenn ihr das Ganze dann direkt bei mir in der Frühlingssonne genießt, habt ihr alles richtig gemacht. 

Liebe Gäste und Freunde des Oberraindlhofs!

Mitten im Winter habe ich altes Haus Frühlingsgefühle, es ist eine gewisse Aufbruchstimmung zu spüren. Dieses Geheimnis ist nicht sonderlich gut gehütet, aber ihr sollt es trotzdem zuallererst erfahren:

 

Seit 08. März sind meine Hoftüren geschlossen. Aber nur für ein paar Monate! Ich bekomme so etwas wie eine behutsame Erneuerung für historische Häuser, eine Frischzellenkur, wenn ihr wollt. Ab 04. Juli erwarten euch dann ein neuer Eingangsbereich, eine neue Rezeption, Bar, Lobby und vier brandneue Zimmer. Natürlich sind meine Hofleute für euch da! Ruft sie einfach an oder schreibt ihnen, sie freuen sich, euch zu hören!

 

Ich freue mich auf alles was kommt,

euer Oberraindlhof

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