Das Radfahren, das muss ich ehrlich zugeben, hatte bei den Schnalsern lange nicht den besten Ruf. Die Wege hier oben sind schmal, das Gelände ist alpin und dementsprechend anstrengend ist ein Ausritt auf dem Drahtesel hier oben. Und obwohl Fahrräder schon vor 200 Jahren erfunden wurden, sind sie bei mir heroben noch nicht allzu lange ein gewöhnlicher Anblick.
Sagen wir es so und nehmen wir die narrischen Rennradfahrer mal aus, die unsere kurvige Schnalserstraße lieben: Das Schnalstal ist keine weltberühmte Bikeregion. Wer ausgebaute Trails und Technikparcours braucht, fährt besser nach Naturns oder Latsch. Aber dann kam das „E“ im Bike. Und die Anna. Genau: Meine Rezeptionistin Anna, waschechte Schnalserin, Cousine der Hofleute, Mama von zwei Kindern. Und: Leidenschaftliche E-Mountainbikerin. Die sagt: E-MTB und das Schnalstal, das passt sogar richtig gut!
Annas Lieblingstouren: Mit dem E-MTB unterwegs im Schnalstal
Mit dem E-MTB, sagt Anna, ist hier oben mehr möglich, als die meisten denken. Für ganz Sportliche geht's auch ohne Motor, aber dann braucht's schon Schmalz in den Wadln (= Kraft in den Beinen). So oder so, hier sind drei von Annas Lieblingsstrecken:
Das Pfossental ist ein Paradies für Mountainbiker. Das steile Hochtal bietet alles: Von der gemütlichen Almentour bis zur anspruchsvollen Tour übers Eisjöchl, bei der auch mal Schiebepassagen dabei sind. Wer oben ankommt, wird belohnt. Mit Stille, mit Weite, mit dem Gefühl, ganz weit weg zu sein von allem.
Die Lazaunhütte ist Annas Geheimtipp. Am Abend, geht's über die Forststraße hoch bis zur Hütte. Ruhig ist es dann, abgeschieden, und die Abendstimmung da oben, sagt Anna, ist unbezahlbar.
Die Klosteralm verlangt einiges an Kondition. Der Forstweg hat eine hohe Steigung, aber die Aussicht lohnt sich. Oben gibt's eine Einkehrmöglichkeit, und von da aus könnt ihr weiter zum Saxalbsee oder zur Kreuzspitze.
Weitere Touren, die Anna empfiehlt: Die Moaralm von Katharinaberg aus, die älteste Hochalm im Tiroler Raum. Die Penaudalm mit ihrer Abgeschiedenheit, durch Bergwälder und über weite Almmatten. Die Mastaunalm und die Lafetzalm, beide durch schöne Lärchenwälder mit Aussicht und Einkehrmöglichkeiten.
Praktisches: Verleih und Ausrüstung
Wer kein eigenes Rad dabei hat, leiht sich eines aus. Im Tal gibt es zwei Verleihe: Die Skifactory Maso Corto und den Sportservice Erwin Stricker. Beide liefern euch das ausgeliehene Rad auf Wunsch direkt bis ins Hotel und holen es nach dem Urlaub wieder ab. Bequemer geht's nicht.
Also, lohnt sich Radfahren im Schnalstal? Ja! Vorausgesetzt, die Anna vom Oberraindlhof hat euch vorher einen ihrer Geheimtipps verraten.





