Glitzernde Folienverpackungen mit Riegeln aus zwölfeinhalb Zutaten, die kein Mensch aussprechen kann. Plastikfläschchen mit blitzblauem Inhalt, der wahrscheinlich auch im Dunkeln leuchtet. Tütchen mit Pulverchen aus Beeren, die irgendwo im Dschungel wachsen, also weit weg von meinen 1.400 Metern hier im Schnalstal. Was manche Wandersleut heutzutage eine Jause nennen, ist schon abenteuerlich. Dabei wäre es so einfach: Wer im Schnalstal wandert, muss auch so jausnen wie die Schnolser. Wie das geht, lest ihr hier.
Die Zwei-Wege-Regel für eure Bergtour-Verpflegung
Meine Hofleute glauben fest daran, dass es genau zwei richtige Wege gibt, einen Rucksack fürs Wandern im Schnalstal zu packen. Welcher es ist, hängt allein vom Ziel der Tour ab.
Weg eins, die abgelegene Bergspitze:
Geht es über 2.500 Höhenmeter rauf, ins Reich der Schnalser Schafe, dann muss der Rucksack ordentlich gefüllt sein. Mit reichlich Wasser, einer zünftigen Marend, vielleicht ein Flachmännchen für den Gipfelmoment. In die Jausenbox gehören: Speck, Kas, Kaminwurzen, ein Vinschgerle vom Schnalser Bäcker und ein gsottens Goggele (= gekochtes Ei). Und ein knackiger Apfel. Mehr braucht es nicht. Höchstens noch ein Stück Traubenzucker oder Schokolade, falls euch auf den letzten Metern das Schmalz ausgeht (das in den Oberschenkeln, nicht das auf dem Brot).
Weg zwei, die urige Almhütte:
Führt euch eure Tour hingegen zu einem traditionellen Berggasthof oder einer bewirtschafteten Almhütte im Schnalstal, dann gehört in den Rucksack nur Wasser. Und allerhöchstens ein Apfel für den Weg. Denn meine Hofleute sind sich einig: In eine Alm wird eingekehrt, Punkt. Es gibt nichts Schöneres, als sich an einen sonnenwarmen Holzbalken zu lehnen, in die umliegende Bergwelt zu schauen und sich vom Almer und der Sennerin hausgemachte Speisen auf den Tisch stellen zu lassen. Wer das nicht tut, hat den Berg nicht verstanden.
Was beim Wandern in Südtirol wirklich in den Rucksack gehört
Ihr habt es bemerkt: Mit Exotik und trendigen Superfoods haben wir hier am Oberraindlhof wenig am Hut. Aber einem gesunden Hausverstand können wir viel abgewinnen. Einer ordentlichen Ausrüstung am Berg auch. Deshalb haben euch meine Hofleute aufgeschrieben, was nie fehlen darf:
- Eine dermatologisch getestete Sonnencreme mit hohem UV-Schutz
- Ein Sonnenhut oder ein Kapperl
- Wanderhosen mit Zipmöglichkeit, damit man am Gipfel kurze und beim Abstieg wieder lange Beine hat
- Feste, qualitativ hochwertige Bergschuhe
- Gute Wanderstöcke
- Ein Erste-Hilfe-Set
- Aktuelles Kartenmaterial für die Wanderwege im Schnalstal
Immer eine gute Idee: Eine gesunde Portion Respekt vorm Berg, ein realistisches Bild vom eigenen Können und der Kondition und ein freies Platzerl im Herz für die Schönheit der Natur.




